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Bilanz 2018: Hessenkasse kurbelt WIBank-Neugeschäft kräftig an

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WIBank-Geschäftsleitung: Dr. Michael Reckhard (links) und Gottfried Milde. / Bilanz 2018: Hessenkasse kurbelt WIBank-Neugeschäft kräftig an / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/103206 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen/Gregor Schläger"

- Neugeschäft wächst auf 7 Mrd. und Bilanzsumme auf 24,1 Mrd

Offenbach am Main (ots) - - Neugeschäft wächst auf 7 Mrd. und Bilanzsumme auf 24,1 Mrd. Euro - Förderung im sozialen Mietwohnungsbau auf 122,0 Mio. Euro gestiegen - Gründungs- und Wachstumsfinanzierung um mehr als 50 Prozent zugelegt

Im Geschäftsjahr 2018 erhöhte sich das Neugeschäft der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) deutlich von 2,1 Mrd. Euro auf rund 7 Mrd. Euro. Grund für diesen außerordentlichen Anstieg ist das kommunale Entschuldungsprogramm HESSENKASSE, das für 4,9 Mrd. Euro Neugeschäft verantwortlich ist. "Mit dem milliardenschweren und bundesweit bisher einmaligen Großprojekt HESSENKASSE konnte die WIBank, dank ihrer Kompetenz und Umsetzungsstärke, erneut beweisen, dass sie ein verlässlicher Dienstleister für die Belange Hessens ist", so Herbert Hans Grüntker, Helaba Vorstandsvorsitzender, anlässlich der in Wiesbaden stattfindenden Bilanzpressekonferenz der WIBank. Die Bilanzsumme der WIBank stieg 2018 unter anderem durch diesen Sondereffekt kräftig von 17,6 auf 24,1 Mrd. Euro. Auch das Fördervolumen ging deutlich nach oben und beläuft sich zum 31.12.2018 auf 23,2 Mrd. Euro (2017: 17,4 Mrd. Euro).

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir würdigte die wichtige Arbeit der WIBank für Wirtschaftsförderung und Wohnungsbau: "Unser Ziel ist, dass Jede und Jeder in Hessen eine Wohnung zu einem angemessenen Preis finden kann. Dazu wird die Landesregierung das umfassendste Maßnahmenpaket auflegen, das es in Hessen je gegeben hat. Bis 2024 stellen wir 2,2 Mrd. Euro für den sozialen Wohnungsbau bereit. Das entspricht 22.000 Wohnungen für 66.000 Menschen. Die WIBank hilft uns, das Geld effizient einzusetzen. Genauso stützen wir uns bei der Förderung von Unternehmen auf ihre Expertise. Geld ausgeben ist einfach - aber es gezielt, nutzbringend und rechtssicher einzusetzen, erfordert große Kompetenz."

Neben den Infrastrukturförderungen, welche die WIBank in ihrem Geschäftsfeld "versorgen & modernisieren" subsumiert, verbuchte das Geschäftsfeld "gründen & wachsen" mit einem Plus von mehr als 21 Prozent auf rund 590 Mio. Euro ebenfalls einen kräftigen Anstieg des Neugeschäftsvolumens. Hervorzuheben ist vor allem das Förderprodukt Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen mit einer Steigerung von 118,6 Mio. Euro im Jahr 2017 auf nunmehr 179,1 Mio. Euro. Im Geschäftsfeld "bauen & wohnen" baute die WIBank ihre Förderung im sozialen Mietwohnungsbau auf 122,0 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr mit 66,7 Mio. Euro deutlich aus.

Die Entwicklung in den vier Geschäftsfeldern stellte sich folgendermaßen dar:

versorgen & modernisieren

Mit 5,9 Mrd. Euro (2017: 1,2 Mrd. Euro) entfallen 85 Prozent des Neugeschäfts auf das Geschäftsfeld "versorgen & modernisieren". Neben der HESSENKASSE leisteten auch die übrigen Infrastrukturprojekte einen nennenswerten Beitrag zur Weiterentwicklung Hessens.

Das Kommunalkreditgeschäft verringerte sich 2018 weiter von 210,5 Mio. Euro auf 71,2 Mio. Euro. Grund hierfür ist das anhaltende Niedrigzinsumfeld sowie die aufgrund der HESSENKASSE entfallenen Kassenkredite der Kommunen.

Der Krankenhaussektor ist regelmäßig einer der großen Förderbereiche in der öffentlichen Daseinsvorsorge. Das Bewilligungsvolumen der Krankenhausförderung in Form von Zuschüssen aus Landesmitteln ging gegenüber dem Vorjahr, bedingt durch Sondereffekte, um rund 30 Prozent von 254,6 Mio. Euro auf 176,6 Mio. Euro zurück. Bereinigt um diesen Sondereffekt, haben sich die Bewilligungen im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 27,8 Mio. Euro erhöht.

Die in den vergangenen Jahren stark nachgefragten Kommunalinvestitionsprogramme KIP wurden in Form von Rahmenverträgen größtenteils schon in den Vorjahren bewilligt, weshalb hier für das abgeschlossene Geschäftsjahr der bereits prognostizierte Rückgang eintrat.

In dem 2016 neu aufgelegten Programm für kommunale Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen wurden 2018 insgesamt 30 Fälle mit einem Zuschussvolumen in Höhe von rund 2,3 Mio. Euro bewilligt, was deutlich über den Werten des Vorjahres von 1,6 Mio. Euro und 17 Fällen lag.

Die Förderung von Digitalisierungsvorhaben wird sowohl von privaten Unternehmen als auch von Kommunen sehr stark nachgefragt. So konnten etwa mit dem Digital-Zuschuss fast 400 Projekte von kleinen und mittelständischen Unternehmen mit insgesamt gut 3 Mio. Euro gefördert werden. Im Förderprogramm "Digitale Dorflinde - Förderung von WLAN-Hotspots in hessischen Kommunen" können pro Kommune maximal zehn WLAN-Hotspots mit insgesamt 10.000 Euro unterstützt werden. 2018 bewilligte die WIBank hierfür ca. 500.000 Euro. Das komplette Fördervolumen von Digitalisierungsprojekten lag im Jahr 2018 bei insgesamt 9,2 Mio. Euro gegenüber 1,0 Mio. Euro im Vorjahr.

bauen & wohnen

Das Neugeschäftsvolumen im Geschäftsfeld "bauen & wohnen" lag mit 400 Mio. Euro etwas unter dem Vorjahreswert von 428,7 Mio. Euro. Dies ist unter anderem auf einen Rückgang in der Mietwohnungsbauförderung zurückzuführen. Bis zum 31.12.2018 wurden insgesamt 236,9 Mio. Euro bewilligt. Damit konnte das hohe Volumen von 277,7 Mio. Euro des durch Sondereinflüsse geprägten Jahres 2017 nicht ganz erreicht werden, doch bewegte sich die Förderung weiter auf einem erfreulich hohen Niveau.

Besonders hervorzuheben ist die Förderung im sozialen Mietwohnungsbau, die um mehr als 80 Prozent von 66,7 Mio. auf rund 122,0 Mio. Euro kletterte.

"Der enorme Anstieg der sozialen Mietwohnraumförderung belegt, wie ernst das Land Hessen und die WIBank die Bereitstellung von mehr bezahlbarem Wohnraum nehmen. Trotz dieser positiven Entwicklung dürfen unsere Anstrengungen aber nicht nachlassen", erläutert Gottfried Milde, Sprecher der Geschäftsleitung der WIBank.

Im Bereich Wohneigentum wurden 195 Fälle mit insgesamt 17,6 Mio. gefördert (2017: 214; 19,4 Mio. Euro).

Stabil blieben die Zusagen bei den Zuschüssen für den behindertengerechten Umbau von selbstgenutztem Wohneigentum. Hier flossen 2018 Zuschüsse in Höhe von 2,4 Mio. Euro für 666 Förderfälle (2017: 2,3 Mio. Euro).

In der klassischen Städtebauförderung (Bund-Länder-Programme) wurden im Jahr 2018 Zuschüsse in Höhe von 104,3 Mio. Euro für 139 Fördergebiete / Förderprojekte bewilligt (2017: 95,1 Mio. Euro für 132 Fördergebiete).

gründen & wachsen

Im Geschäftsfeld "gründen & wachsen" konnte eine rund zwanzigprozentige Steigerung des Neugeschäftsvolumens gegenüber dem Vorjahr in Höhe von rund 103 Mio. Euro auf 593,4 Mio. Euro erzielt werden. Ein großer Nachfrageanstieg ist bei den Förderprogrammen Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen zu verzeichnen. Hier wurden im Berichtsjahr Darlehen in Höhe von insgesamt 179,1 Mio. Euro für 833 Anträge zugesagt, was einem Anstieg von mehr als 50 Prozent entspricht (2017: 553 Anträge; 118,6 Mio. Euro). Die durchschnittlich pro Vorhaben eingesetzten Darlehensmittel blieben gegenüber dem Vorjahr mit 215.000 Euro auf einem konstanten Niveau.

Mit dem 2014 für Existenzgründungen und junge Unternehmen aufgelegten Produkt Hessen-Mikrodarlehen (Finanzierungsvolumina von zwischen 3.000 und 25.000 Euro) konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr 75 Vorhaben über insgesamt 1,6 Mio. Euro (2017: 1,7 Mio. Euro) unterstützt werden. Das durchschnittliche Bewilligungsvolumen betrug 2018, wie im Vorjahr, rund 21.000 Euro.

Als Ergänzung zum klassischen Mikrodarlehen wurde im Oktober 2018 die Variante Hessen-MikroCrowd eingeführt - eine Kombination aus Reward-basiertem Crowdfunding und Hessen-Mikrodarlehen. Das Produkt spricht besonders digital affine Gründer an.

Das Land Hessen zeichnet sich durch seine Innovationsfreundlichkeit aus. Ein besonders geeignetes Mittel zu deren Unterstützung ist der Innovationskredit Hessen. Dieser hat sich zur Finanzierung von innovativen Vorhaben etabliert, weshalb sich die Förderung hier 2018 auf 25,6 Mio. Euro für 31 Anträge weit mehr als verdoppelte (2017: 10,8 Mio. Euro, 15 Anträge). Besonders attraktiv für Hausbanken macht den Innovationskredit die 70-prozentige Haftungsfreistellung. Da der Innovationskredit auf eine große Nachfrage stößt, reichte die WIBank gemeinsam mit anderen Landesförderbanken beim Europäischen Investitionsfonds einen Erhöhungsantrag ein. Die zur Verfügung gestellten Mittel wurden Anfang 2019 deutlich erhöht und damit weitere europäische Fördermittel nach Hessen geholt.

Während 2018 wieder eine Landesbürgschaft in Höhe von 2,2 Mio. Euro gewährt werden konnte (2017: 0), entwickelte sich das Beteiligungsgeschäft 2018 mit einem Volumen von 20,8 Mio. Euro gegenüber 21,2 Mio. Euro in 2017 auf hohem Niveau stabil. 2018 wurden insgesamt 59 Beteiligungen und damit 6 Beteiligungen mehr als 2017 bewilligt.

Auch die Landwirtschaftsförderung in Hessen wird von der WIBank umgesetzt. Im Dezember 2018 flossen 223,4 Mio. Euro (2017: 218,1 Mio. Euro) Direktzahlungen an hessische Landwirte. Damit profitierten diese erneut von einem sehr zeitigen Auszahlungstermin, der ihnen nach einem für die Branche aufgrund der Witterungsverhältnisse extrem schwierigen Jahr viel Planungs- und Finanzierungssicherheit verschaffte. Insgesamt erhielten die hessischen Landwirte rund 331 Mio. Euro Förderung.

bilden & beschäftigen

Das Neugeschäft im Geschäftsfeld "bilden & beschäftigen" lag zum 31.12.2018 mit 50,4 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahreswert (2017: 53,5 Mio. Euro). Hier werden Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), des Landes sowie aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) eingesetzt, mit dem Ziel, in den Ausbau eines gut ausgebildeten Fachkräftenachwuchses zu investieren, etwa durch Programme zur Verbesserung von Beschäftigungsmöglichkeiten oder die Unterstützung von Menschen im Übergang von Schule in Arbeitsleben.

2018 wurden Programme zur Bildung und Qualifizierung mit 33,2 Mio. Euro bezuschusst (2017: 33,9 Mio. Euro). In die Unterstützung der sozialen Inklusion flossen 17,2 Mio. Euro (2017: 19,7 Mio. Euro).

Der Standort Hessen verdankt seinen Status als eines der wirtschaftlich stärksten Bundesländer nicht zuletzt seinem Repertoire an Fachkräften. Damit dies so bleibt, unterstützt das Land die Teilnahme an einer beruflichen Aufstiegsqualifizierung. Von der Aufstiegsprämie profitierten 2018 1.729 Personen. Die geförderten Maßnahmen beliefen sich auf insgesamt 2,5 Mio. Euro.

"Die Aufstiegsprämie dient u.a. dazu, ein Unternehmen zu gründen oder die Nachfolge eines etablierten Betriebes anzutreten. Es zeigt sich hier der Mehrfachnutzen von Förderung, denn sie dient nicht nur der Entwicklung eines Einzelnen, sondern sorgt zudem dafür, dass eine Firma, die sonst vielleicht nach jahrelanger erfolgreicher Tätigkeit ihre Tore hätte schließen müssen, weiter existiert und Arbeitgeber bleibt", erklärt Dr. Reckhard, Mitglied der WIBank-Geschäftsleitung.

Ertragslage

Die wesentlichen Ertragskomponenten der WIBank, bestehend aus Zins- und Provisionsüberschuss einschließlich der laufenden Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen und Provisionsergebnis, sind im Geschäftsjahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Mio. Euro auf insgesamt 94,7 Mio. Euro angestiegen.

Der Zinsüberschuss der WIBank einschließlich der laufenden Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen ist die wichtigste Ertragskomponente und beträgt im Geschäftsjahr 2018 55,4 Mio. Euro. Er hat sich somit trotz anhaltenden Niedrigzinsumfelds erneut um 3,3 Mio. Euro erhöht. Auch der Provisionsüberschuss als zweite bedeutende Ertragskomponente blieb mit 39,3 Mio. Euro auf einem stabil hohen Niveau. Er besteht vor allem aus der Vergütung von erbrachten bzw. erstatteten Dienstleistungen im Rahmen der Übernahme von hoheitlichen Aufgaben für das Land Hessen sowie aus den Verwaltungskostenbeiträgen für die Treuhandkredite.

Die Verwaltungsaufwendungen für die WIBank betragen 69,5 Mio. Euro und sind damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Mio. Euro angestiegen. Dies resultiert im Wesentlichen aus einer Anhebung des Personalbestandes und tariflichen Gehaltserhöhungen sowie aus höheren Aufwendungen für den EDV- und Geschäftsbetrieb.

Aus dem Jahresüberschuss in Höhe von 13,8 Mio. Euro (2017: 13,7 Mio. Euro) werden 2,8 Mio. Euro in die Gewinnrücklagen der WIBank eingestellt. Weitere 11,0 Mio. Euro werden bei der Helaba thesauriert und wiederum für Förderzwecke zur Verfügung gestellt.

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