Gesellschaft

"Kabul verstummt": 3satKulturdoku über Afghanistans Kulturschaffende und die Taliban

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Samstag, 20. November 2021, 19.20 Uhr Erstausstrahlung Für afghanische Kulturschaffende kommt die Machtübernahme der Taliban einem Berufsverbot gleich

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Mainz (ots) -

Samstag, 20. November 2021, 19.20 Uhr Erstausstrahlung

Für afghanische Kulturschaffende kommt die Machtübernahme der Taliban einem Berufsverbot gleich. Viele flohen ins Ausland, andere sitzen in Kabul fest, verstecken sich und fürchten um ihr Leben. Drei Monate nach dem Fall von Kabul blickt die 3satKulturdoku "Kabul verstummt - Afghanistans Kulturschaffende und die Taliban" von Daniel Böhm am Samstag, 20. November 2021, um 19.20 Uhr in Erstausstrahlung, auf die Situation in Afghanistan.

Sie alle haben Angst, dass ihnen Ähnliches blüht wie dem bekannten Komiker und TikTok-Star Nazar Mohammad. Kabul war noch nicht eingenommen, da richteten die Taliban ihn hin. "Zu obszön" seien seine Witze. Wollen die Taliban das gesamte kulturelle Leben im Land erdrücken?

Viele hoffen weiter auf eine Chance zur Flucht, darunter der Theatermacher Ahmad Samin Farahmand. Er lehrt nach wie vor Regie an der Universität in Kabul, aber nicht mehr auf die Bühne darf, die Malerin Hafiza, deren Galerie kurz nach dem Einmarsch der Islamisten geplündert wurde. Der Comedian Mohammad Karim Asir, vor ein paar Wochen versuchte er ins benachbarte Pakistan zu fliehen, wurde kurz vor der Grenze von Taliban-Kämpfern entdeckt und verprügelt. Doch nicht alle haben die Hoffnung aufgegeben.

Rayaz Ahmed Sheer ist einer der wenigen noch aktiven Comedians, er hat seine eigene Show auf Tolo-TV, dem größten Privatsender des Landes. Er ging sogar in die Offensive und lud einen Taliban-Kommandanten, General Moubeen, in die Sendung ein. Die Offiziellen der neuen Regierung geben sich wenig konkret. "Wir stehen ganz am Anfang" sagt Inamullah Samangani, der zur Kulturkommission der neuen Regierung gehört. "Aber es ist natürlich klar, dass es präzise Regeln bezüglich Kunst und Kultur geben wird. Alles muss mit den Gesetzen des Islam übereinstimmen."

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