Coronavirus

Die Corona-Pandemie wirkt wie ein Brennglas auf Entwicklungsnotwendigkeiten der Pflege in Deutschland / 12 führende Pflegeverbände haben mit einer Online-Petition klare Forderungen

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Andreas Kocks, Leitung der Stabstelle Pflegeforschung der Pflege Direktion am Universitätskliniken Bonn und Sprecher des Netzwerkes Pflegeforschung an Universitätskliniken und medizinischen Hochschulen in Deutschland im VPU e.V. Aufnahmedatum: 29.10.2019 Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/145483 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Verband der PflegedirektorInnen der Universitätskliniken (VPU) e.V./UKOMM_Uniklinik Bonn"

Andreas Kocks, Leitung der Stabstelle Pflegeforschung der Pflege Direktion am Universitätskliniken Bonn und Sprecher des Netzwerkes Pflegeforschung an Universitätskliniken und medizinischen Hochschulen in Deutschland im VPU e.V. Aufnahmedatum: 29.10.2019 Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/145483 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Verband der PflegedirektorInnen der Universitätskliniken (VPU) e.V./UKOMM_Uniklinik Bonn"

Unter dem Motto Pflege ist systemrelevant - nicht nur in Corona-Zeiten starteten 12 führende Organisationen der Pflege, hier die Bundespflegekammer, die Dekanekonferenz Pflegewissenschaft e.V., der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe e.V., die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin e.V., die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V., der Deutsche Pflegerat e.V., die European Academy of Nursing Science, die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, die Pflegekammer Niedersachsen, die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein und der Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands e.V

Berlin (ots) - Unter dem Motto "Pflege ist systemrelevant - nicht nur in Corona-Zeiten" starteten 12 führende Organisationen der Pflege, hier die Bundespflegekammer, die Dekanekonferenz Pflegewissenschaft e.V., der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe e.V., die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin e.V., die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V., der Deutsche Pflegerat e.V., die European Academy of Nursing Science, die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, die Pflegekammer Niedersachsen, die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein und der Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands e.V. (VPU) sowie das Netzwerk Pflegeforschung im VPU über einen Zeitraum von zwei Monaten eine gemeinsame deutschlandweite Online-Petition.

Ziel der gemeinsamen Stellungnahme (https://www.vpuonline.de/wp-content/uploads/05-06-2020_Gemeinsame-Stellungnahme-zum-internationalen-Jahr-der-Pflegenden-und-Hebammen.pdf), die anlässlich des Internationalen Tages der Pflegenden und Hebammen verfasst wurde, ist es die Notwendigkeit von umfassenden und nachhaltigen Weiterentwicklungen in den politischen Diskurs zu tragen. Der gesellschaftlichen Anerkennung der Pflege, wie sie in der Corona-Pandemie Ausdruck gefunden hat, gilt es jetzt Taten folgen zu lassen. Besser als jede Image-Kampagne hat Corona die Systemrelevanz der Gesundheitsberufe der Pflegenden und Hebammen für die Daseinsvorsorge der Gesellschaft unter Beweis gestellt. Gleichzeitig sind aber auch Chancen, Herausforderungen und dringend notwendige Entwicklungsschritte in Personalausstattung, Bildung und Verantwortungsbereichen erneut deutlich geworden. Es braucht strategische und umfassende Entscheidungen, damit Pflegefachpersonen auch den künftigen Herausforderungen begegnen und in vollem Umfang zum Wohle der Bevölkerung arbeiten können. Es gilt nachhaltige Rahmenbedingungen zu schaffen, die Pflege zu einem attraktiven, nachgefragten und chancenreichen Beruf in Deutschland wandeln!

"Die Corona Krise zeigt eindrucksvoll, wie sehr unser Gesundheitswesen vom unermüdlichen Einsatz der beruflichen Pflegenden abhängt. Das muss honoriert werden, indem Pflegefachpersonen bei berufspolitischen Entscheidungen ein Mitspracherecht erhalten und ihre Arbeitsbedingungen deutlich nach oben angepasst werden. Damit diese Forderungen auch in der Politik, bei Arbeitgebern im Gesundheitsweisen und auch in der Gesellschaft ankommen, ist die Errichtung weiterer Landespflegekammern unabdingbar. Nur sie können unabhängig und geschlossen mit einer Stimme für diejenigen sprechen, um die es letztendlich geht." So Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

"Es ist an der Zeit, dass Pflege in Deutschland an internationale Standards der hochschulischen Qualifizierung aufschließt. Das ein mehr an Bildung zu besseren Patienten- und Angehörigenergebnissen führt und auch mehr Innovation ermöglicht ist naheliegend und durch internationale Erfahrungen gut untersucht. Die Umstellung des Hebammenberufes in Deutschland auf ein Hochschulstudium ist hier ein ermutigender erster Schritt, den es auch in der Pflege konsequenter umzusetzen gilt. Wenn wir die gesundheitliche Versorgung der Gesellschaft zukunftsorientiert, auf dem besten Stand des zur Verfügung stehenden Wissens ausrichten und die Attraktivität der Pflege weiter entwickeln wollen, führt an diesem Schritt kein Weg vorbei. Corona hat es und gezeigt, Pflege ist systemrelevant." So Andreas Kocks, Leitung der Stabstelle Pflegeforschung der Pflege Direktion am Universitätskliniken Bonn und Sprecher des Netzwerkes Pflegeforschung an Universitätskliniken und medizinischen Hochschulen in Deutschland im VPU e.V.

"Die Übertragung von Heilkunde auf gut qualifizierte Pflegefachpersonen muss jetzt endlich geordnet und in relevantem Ausmaß realisiert werden. Dazu benötigen wir einen Katalog der durch Pflegende verordnungsfähigen Heil- und Hilfsmittel und vor allem auch die Berufsrollen in der primären Versorgung, in die die Pflegenden mit erweiterten Kompetenzen einmünden können. Die Konzertierte Aktion Pflege ist hier gefragt, tatkräftiges Handeln dem jahrzehntelangen Verhinderungsversuchen und dem Zögern und Zaudern entgegenzusetzen." So Professorin Gabriele Meyer, Pflegewissenschaftlerin, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Präsidentin der European Academy of Nursing Science.

"Der erklärte Wille, vulnerable Personen zu schützen und die Würde und Freiheit aller Menschen in unserer Gesellschaft zu erhalten, muss auch nach der Corona-Pandemie Konsequenzen haben. Dazu ist die strukturelle Stärkung der Berufsgruppe der Pflegenden, die Anerkennung und Ausweitung pflegerischer Kompetenzbereiche sowie der Ausbau der Bezugsdisziplin Pflegewissenschaft eine gesellschaftliche Notwendigkeit - und nicht etwa nettes Zugeständnis an eine ewig jammernde Berufsgruppe! Aus diesem Grund unterstütze ich diese Petition." So Dr. Astrid Stephan, Pflegeentwicklung und Pflegeorganisation am Universitätsklinikum Aachen.

"Die Corona-Krise hat die Bedeutung der Pflege für die Gesundheitsversorgung unmittelbar bewusst gemacht. Die Bedeutsamkeit von Pflege für den Gesundheitsstatus der Bevölkerung ist aber nicht nur in Krisenzeiten, sondern grundsätzlich eminent. Jetzt geht es darum gemeinsam Strukturen voranzutreiben, damit das Potenzial der Pflege tatsächlich abgerufen, gezielt eingesetzt und zukunftsweisend weiterentwickelt wird." So Professorin Renate Stemmer, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V.

"Die Pandemie hat die Relevanz des Pflegeberufs für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung deutlich aufgezeigt. Wir Pflegefachpersonen spüren diese Systemrelevanz jedoch nicht, weshalb viele den Beruf nach kurzer Zeit verlassen oder ihren wöchentlichen Arbeitsumfang deutlich reduzieren. Zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung bedarf es daher umfassender Maßnahmen: ein Einstiegsgehalt von 4000 Euro (brutto) für Pflegefachpersonen in Vollzeit (ohne Zulagen) welches mit zunehmender Berufserfahrung und Spezialisierung ansteigt, ein adäquates Verhältnis von Pflegefachpersonen zu Patienten, eine adäquate räumliche und technische Ausstattung am Arbeitsort sowie flexible Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zusätzlich muss die Übertragung von Heilkunde dringend umgesetzt werden. Nur so werden sich aktuelle und zukünftige Generationen für diesen phantastischen Beruf entscheiden und in diesem verbleiben" So Dr. Martin Dichter, Pflegefachperson, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK).

Die Online-Petition fordert die Gesellschaft und die Profession zur Unterstützung auf

Den Forderungen in der gemeinsamen Stellungnahme haben sich bereits über 6.000 Unterstützer*innen angeschlossen. Insbesondere die 2000 Kommentare zeigen deutlich die Relevanz sowie Tragweite der Thematik auf und bekräftigen, die in der Stellungnahme genannten Forderungen von Pflegefachkräften, Mitbürger*innen, Institutionen und anderen Betroffenen. Bis zum 26.Juli 2020 sind Einzelpersonen oder Institutionen eingeladen die Petition online mit Ihrer Stimme zu unterstützen, so dass die Verbände mit einem breiten Mandat an die Politik herantreten können. Sie finden die Online-Petition unter: ots.de/QQYp64

Pressekontakt:

Torsten Rantzsch Vorsitzender VPU e.V. Tel. (030) 13 89 57 61 Mob. 0151 64409836 info@vpu-online.de

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