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Linke: Politischer Wille im Kampf gegen Kinderarmut fehlt

Kinder vor einem unsanierten Haus in Berlin-Neukölln

Kinder vor einem unsanierten Haus in Berlin-Neukölln - über dts Nachrichtenagentur

Die Linke im Bundestag hat den Kampf gegen die Kinderarmut in Deutschland als "Scheingefecht" bezeichnet: Der jugendpolitische Sprecher der Fraktion, Norbert Müller, sagte am Montag im "rbb-Inforadio", es fehle bei dem Thema der politische Wille.

Bund, Länder und Kommunen müssten einen zweistelligen Milliardenbetrag in die Hand nehmen, um das Problem nachhaltig zu bekämpfen, so Müller, der Vorsitzender der Kinderkommission des deutschen Bundestags ist.

"Ich kann zum Beispiel infrastrukturelle Leistungen kostenfrei stellen, Eintritte, ÖPNV, alles was mit Bildung zu tun hat." Zudem müsste der Kinderzuschlag deutlich erhöht werden, damit Familien nicht wegen ihrer Kinder auf Arbeitslosengeld II angewiesen seien. Auch das Kindergeld müsse auf die Höhe, die Gutverdiener pro Kind anrechnen könnten, aufgestockt werden. Das seien bis zu 100 Euro mehr im Monat, so Müller.

Den Regierungsparteien warf Müller vor, sie würden wegen der angestrebten Haushaltskonsolidierung vor solchen Investitionen zurückschrecken: "Man will da nicht ran, weil überall der Fetisch der schwarzen Null das Entscheidende ist."