Gewalt

Bündnis "Amoklauf Winnenden" von Gewalttat in München nicht überrascht

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Polizist mit Funkgerät

Polizist mit Funkgerät - über dts Nachrichtenagentur

Die Vorstandsvorsitzende der "Stiftung gegen Gewalt an Schulen/Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden", Gisela Mayer, ist über die Schießerei in München nicht überrascht.

"Ich hätte Ihnen nicht sagen können, dass das ausgerechnet in München der Fall sein wird", sagte sie der "Berliner Zeitung" (Online-Ausgabe).

"Aber ich habe damit gerechnet, dass so etwas passiert. Und nun ist es passiert. Ich habe damit gerechnet, dass es nach Erfurt und Winnenden mal wieder einen Amoklauf geben wird und dass sich der Tatort nicht unbedingt auf Schule beschränkt. So konnte man absehen, dass sich solche Taten wie in Winnenden wiederholen, dass aber der Kontext gewechselt werden wird."

Denn es gehe bei Amoktaten immer um die größtmögliche mediale Aufmerksamkeit. Und die sei bei anderen Tatorten noch größer. Mayer fügte hinzu: "In diesem Fall sehe ich definitiv eine Amoktat und letzten Endes einen ganz tief liegenden Hass gegen diese Gesellschaft, der keine definitive Begründung hat. Das heißt, das sind nicht unbedingt Menschen, die gekränkt wurden, aber Menschen, die sich gekränkt gefühlt haben. Da gibt es auch immer ein Moment von Psychopathologie."

Sie erinnert auch daran, "dass der 22. Juli der fünfte Jahrestag der Amoktat von Anders Breivik in Norwegen war. Amoktäter wählen gerne Daten und bedienen sich immer auch bestimmter Vorbilder." Die Stiftungsvorsitzende forderte mehr Präventionsarbeit.

Auf die Frage, ob das gegenwärtige Terrorklima Amoktaten begünstige, antwortete sie: "Ich denke ja, weil es die Gedankenspiele potenzieller Amokläufer aktiviert."