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Klimaforscher: Norddeutsche Tiefebene könnte überschwemmt werden

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Der Klimaforscher Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) warnt vor den dramatischen Folgen der Erderwärmung – auch in Deutschland.

Hochwasser

Hochwasser - über dts Nachrichtenagentur

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel" mahnte der Professor, der in Potsdam und New York forscht und lehrt, ein deutlich höheres Tempo bei der Reduzierung der Treibhausgase an: "Es sollte tatsächlich jetzt sofort gehandelt werden."

Allein das Abschmelzen der Antarktis könne den Meeresspiegel langfristig um viele Meter erhöhen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts sei die Temperatur weltweit um ein Grad gestiegen, mit jedem Grad Erwärmung steige der Meeresspiegel um letztlich mehr als zwei Meter. Auch an der Nordseeküste sei der Anstieg bereits in vollem Gang. "Wenn die Zwei-Grad-Grenze nicht eingehalten wird, dann wird es irgendwann die Norddeutsche Tiefebene nicht mehr geben. Hamburg auch nicht."

Kritisch kommentiert Levermann auch den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung. "Der Ausstieg aus der Kohle ist unvermeidlich, und hier bleibt der Plan völlig unpräzise." Levermanns Forderung: "Die dafür einberufene Kommission müsste früher mit der Arbeit beginnen, nicht erst 2018."

Außerdem fehle ein CO²-Mindestpreis "zur Rettung des Emissionshandels in Europa".